von Nina » Sa 1. Mai 2010, 23:00
Ich schätze die nicht so hoch ein. Entgehen kannst Du dem wohl, indem Du Agenturen anschreibst, die einen Ruf zu verlieren haben.
Bei Agenten, die niemand kennt, wäre ich generell vorsichtig - weniger wegen dem Klau, aber es bestehen dann ja auch gewisse Zweifel, dass denen die Verlagstüren wirklich so offen stehen, wie sie es sollten.
Es wird immer wieder empfohlen, sich selbst das Manuskript zu senden, ich bin da aber skeptisch, ob das tatsächlich Beweiskraft hat. (Die Post befördert ja auch nicht fest verschlossene Briefe.) Man kann das auch glaube ich notariell hinterlegen, aber im Endeffekt macht das wohl fast keiner.
Und mal ganz praktisch gesehen: Was bringt das jetzt genau? - Hinter einem erfolgreichen Buch steht ja auch ein Autor, der bereit ist, die Werbetrommel mitzurühren. Und wer soll dann seinen Namen dafür hergeben? - Pseudonyme gibt es, ja, aber in der regelmäßigen Korrespondenz, beim Übersenden der Belegexemplare, der Kontoüberweisung und vor allem beim Unterzeichnen des Vertrags ist es wohl nicht realistisch, dass jemand seine Identität selbst gegenüber dem Verlag auf Dauer geheim hält. Das heißt, der Agent kann schlecht "unauffällig" Bücher klauen und selbst rausbringen. Gut, es gibt sicher für alles Möglichkeiten, etwas zu realisieren, aber mir scheint da der Nutzen des "Klauens" gemessen am Aufwand/Risiko nicht so hoch zu sein. Und die Agentur kann ja davon ausgehen, wenn sie dem Autor nicht schreibt, dass das Manuskript angenommen ist (also eine Ablehnung schickt oder sich einfach nicht mehr meldet), dass der damit noch reihum zu diversen Verlagen und anderen Agenturen zieht. Und das fällt dann auch auf, so viele Verlage gibt es auch nicht - passend zu dem Genre und von einer Größe, dass sich das Veröffentlichen auch finanziell lohnt.
Bei Verlagen denke ich mir auch, dass einem Autor seinen Anteil zu zahlen, ja gar nicht der größte Posten ist. (Ich denke mal, das dürfte das Marketing sein.)