wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

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wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Asya03 » Do 22. Okt 2009, 22:31

in meinem alltag passieren oftmals banale dinge, über die ich mir im nachhinein anfange gedanken zu machen. oft passiert es dann aber auch, dass meine gedanken einen, zwei, drei, vier, fünf...etc. schritte vom banalen plötzlich ins unaussprechliche abschweifen. das ganze eskaliert oftmals so sehr, dass ich nach meinem "extravaganten"-gedankengang leicht erröte und links und rechts gucke, ob hoffentlich niemand meine gedanken lesen konnte... :? wenn ich für mich im stillen aber so darüber nachdenke, inwiefern das banale ins "extravagante", um nicht zu sagen "bescheuerte" oder sogar "ordinäre" rüberschwappt, komme ich meistens aber zur erkenntnis, dass es weder "extravagant" noch "bescheuert" und auch nicht "ordinär" ist. sondern dass es nunmal einfach den tatsachen entspricht.
es sind einfach dinge, die man nicht vor jedem aussprechen soll/kann/darf/muss. sonst kann es nämlich auch passieren, dass man mit offenem mund und schockiert, zusammengezogenen augenbrauen angestarrt wird, als ob man einen frosch im gesicht hätte...

ich frage mich dann oft:"geht es anderen auch so wie mir?"
ich meine, es ist ein echtes problem. Manchmal sind die abschweifungen meiner gedanken so stark, dass ich in einem voll besetzten bus, plötzlich eine mimik an den tag lege, die zwar zu meinen gedanken passt, nicht jedoch in den bus, neben die alte dame mit der grossen brille, oder eben vor den gut aussehenden, smarten, jungen typen, der sich an diesem 4-er-platz vor mich hingesetzt hat.Denn dann wird man mit diesem "du-hast-einen-frosch-im-gesicht-"blick angeschaut, obwohl ich ja noch nichteinmal annähernd einen dieser "extravaganten" gedanken ausgesprochen habe...

und da es weder in den öffentlichen verkehrsmitteln, noch sonst irgendwo üblich ist mit seinem unbekannten gegenüber oder eben nachbarn über seine "gerade-durch-den-kopf-geschossene-" gedanken zu plaudern, führe ich eben selbstgespräche und bleibe in der hoffnung, dass es doch noch andere erdbewohner gibt, denen es auch so geht wie mir. ...
...bis ich an meinem zielort angekommen bin, und von einer neuen "banalität" überrascht werde...
Asya03
 
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon kaengu » Fr 23. Okt 2009, 06:41

Danke, asya03, für Deinen Beitrag. Auch mir schwirren viele Gedanken durch den Kopf. Und ich hänge ihnen nach, wenn es in meinem Alltag möglich ist (und ich nicht gerade aufpassen muss, dass meine beiden Mädels keinen Mist bauen :) ) Da denke ich an Erlebtes - schönes wie negatives, oder was ich jemanden schon immer sagen wollte, es aber nicht gemacht habe, weil es nicht ganz "anständig" gewesen wäre. So putze ich z.B. jemanden in Gedanken herunter und sage ihm gehörig die Meinung. Vermutlich verändert sich dann auch meine Mimik :D .
Dann aber habe ich auch Gedanken, die nicht "unbedingt fassbar" sind. Oder, wenn ich wieder eine Geschichte schreibe, dass ich in Gedanken bei meinen Protagonisten bin und so in ihre Welt eintauche, bevor ich es niederschreibe. Eben aus Gedanken kann auch eine Geschichte entstehen.
Du bist also nicht alleine...
Liebe Grüsse
kaengu
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Quellenstein » Fr 23. Okt 2009, 17:57

Hallo asya & kaengu

Nein, beileibe seid ihr nicht die Einzigen mit "entgleister Miene in der Öffentlichkeit" :lol: Ich wüsste manchmal wirklich gerne, was den Menschen durch den kopf geht, wenn sie einen zufälligen blick in unser Gesicht wagen und sich unmittelbar einem Ausserirdischen gegenüber wähnen.
Aber haben wir denn schon indie Gesichter unseres Gegenübers geschaut? Morgen im ÖV, der ältere bankier, die Hausfrau mit zwei kleinkindern, die rentnerin mit ihrem Pudel,der junge Verkäufer im Handyshop wären allesamt wahrscheinlich sehr verlegen, könnte Jemand ihre Gedanken lesen.

geschichten, geschichten und noch mehr geschichten und Novemberschreibstoff verbirgt sich in all diesen untersdchiedlichen Menschen.
PS: Das Bloggen könnte mir gefallen, falls ich zwischen dem Schreiben noch dazukomme¨.
Herzliche Schreibselgrüsse Quellenstein
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Asya03 » Sa 24. Okt 2009, 13:03

hallo Quellenstein und Kaengu

danke für eure beiträge.
@ Quellenstein: ich will nicht unbedingt wissen, was den anderen läuten durch den kopf geht wenn sie unsere engleisten mienen sehen. denn wenn es etwas negatives ist, kann ich es doch nicht ändern.

hingegen was ich schön finde ist, wenn ich mich in der öffentlichkeit plötzlich an etwas witziges erinnere, unwillkürlich räuspernd anfange zu grinsen, ich ungewollte so auf mich aufmerksam mache und ich plötzlich sehr offensichtlich lachen muss und dabei vor scham erröte, und ich das darauf folgende, schallende lachen dann gar nicht mehr aufhalten kann. schön dabei ist, wenn die anderen läute selber anfangen müssen zu lachen, und eigentlich keiner weiss warum (ausser ich ;) )

oder kennt ihr das gefühl, wie es ist, wenn man in einer völlig unangebrachten situation vor vielen läuten plötzlich anfangen muss zu lachen, alle einen mit unverständnis anstarren, und das (mehr reflexartig als gewollte) darauf folgende "sich-krümmen-und-wenden-vor-lachen" einen noch mehr in die peinlichkeit hinein führt?

lächelnde grüsse
asya03

Ich finde lachen eines der wichtigsten, gesündesten, elementarsten und schönsten dinge im leben und ich glaube, dass viele läute vergessen haben, wie man aus wirklich tiefem herzen lacht, dass einem am nächsten tag der bauchmuskel schmerzt.deshalb muss ich in solchen situationen nachdem ich mich von meinem unverstandenen "plötzlich-aufgetauchten-lachanfall" beruhigt habe, mit den achseln zucken und füge dann noch ein geschmeidiges lächeln hinzu und denke mir dabei nur: ich weiss wenigstens noch wie das geht :)
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Quellenstein » Sa 24. Okt 2009, 18:30

Hi asya

Ja, Lachen ist wunderbar! Mir passiert es in der Öffentlichkeit nicht so oft wie zuhause mit meiner Familie. Mein ältester sohn(fast 16 jährig) liebt es aber sehr,seine mami und seine Schwester (fast 14 jährig) zum "weinen" zu bringen!
Nein nein kene Angst, wir weinen vor Lachen und die Lachmuskelschmerzen folgen kurz darauf!
Dies scheint meiner Ahnenreihe im Blut zu sein, denn auch meiner Mam kommen beim richtig Lachen schnell mal die Tränen. Das ist wirklich lustig, aber nicht so für die grosse Öffentlichkeit.
Es würde mir aber nicht schaden, mich in der ÖFFENTLICHKEIT ein bisschen zu lockern, denn ich gebe mich meist eher zugeknöpft und beherrscht. :shock: :roll:

Wenn die anderen Leute etwas Positives über dich denken, kannst du es aber auch nicht ändern. Bei negativen Gedanken ist dein schallendes Lachen vielleicht eine gegensteuer.
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon kaengu » So 25. Okt 2009, 12:50

Ich bekomme manchmal auch einen "Lachanfall". Dem geht irgendetwas voraus, eben, weswegen ich lachen muss und dann kann ich plötzlich nicht mehr aufhören und weiss eigentlich gar nicht mehr, warum ich lache. Ich lache einfach. Doch das passiert eigentlich eher nur Zuhause. Wenn ich dann endlich (mit Tränen in den Augen und einem Krampf in der Bauchgegend) aufhören kann, fühle ich mich wunderbar...

Als ich gestern von der Lesung in Zürich mit dem Zug nach Hause fuhr, sass mir gegenüber eine ältere Frau. Sie las, legte das Buch aber dann zur Seite und schaute aus dem Fenster. Plötzlich sah ich in ihrem vorher ausdruckslosem Gesicht verschiedene Gesichtsausdrücke huschen. Offenbar machten sich ihre Gedanken selbstständig. Leider waren es offenbar keine schöne Gedanken...

Liebe Grüsse
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Pegasus » Mo 26. Okt 2009, 21:42

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein "Augenblick" - also nicht nur so ein achtloses Streifen des Gegenübers - Türen öffnen kann und ein Lächeln Wunder wirkt. Hat wohl mit meinem fortgeschrittenen Alter zu tun. Als ich jung war, war ich extrem zugeknöpft (ja nicht auffallen...). Heute, wo es mir nicht mehr ganz so wichtig ist, was andere von mir denken und eins meiner Motto's heisst "Blamiere dich täglich", stelle ich fest, dass die Welt herzlicher und die Leute offener geworden sind. Oder bin ich es etwa, die... ;)
Jedenfalls halte ich mich nicht zurück, bei Gelegenheit meinen Emotionen freien Lauf zu lassen und auch mal das Wort an einen unbekannten Menschen zu richten. Die Reaktionen sind mehrheitlich positiv, und zu verlieren habe ich ja nix dabei.

Liebe Herbstgrüsse
Pegasus
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Re: wenn die eigenen gedanken machen was sie wollen

Beitragvon Pluto » Do 10. Dez 2009, 11:27

Liebe Asya,

Frosch im Gesicht. Mindestens. Oder vielleicht ein eitriger Aussschlag, aus dem es grüngelb herausläuft? Oder drei Augen? Oder einen Bin-Laden-Bart im Frauengesicht?

Diese Blicke kenne ich. Deinen erfrischenden Mitteilungen entnehme ich, dass du ein junger, offener, herzlicher und lebendiger Mensch bist, jemand, der sich noch keinen Schutzpanzer umlegen musste, damit niemand, auch nicht im Bus auf Tuchfühlung, dir auch nur die kleinste Gefühlsregung ansieht oder dich verletzen kann. Du hast das einfach nicht nötig.

Nun, was hat es mit dem "oberpeinlich" auf sich? Was ist peinlich? Wenn man lächelt, oder gar lachen muss mit sich selbst, und andere, Miesepeter, einen dumm anschauen? Dann schaut man zurück und sagt lachend: "Sie möchten bestimmt wissen, weshalb ich lachen muss, soll ich es ihnen sagen?" Dieser Satz ein Eisbrecher, und, ich schwörs, mindestens jemand reagiert darauf, machchmal gleich alle vier im Abteil, und schon fühlt man sich halbwegs verwandt miteinander, und die Diskussion geht so richtig los.

Nix ist peinlich, ausser jemand macht sich dir gegenüber an seinem Reissverschluss zu schaffen, jenem der Hose wohlverstanden ... tja dann. Ihn anschreien, weggucken, aufspringen, ihm mit Anlauf auf den Fuss treten und "Sau du" rufen - was weiss ich.

Jetzt aber komme ich zum "Unaussprechlichen". Das ist spannend, wie ich selbst anlässlich des Novemberschreibens festgestellt habe: Da bin ich gleich zum Einstieg dermassen darüber erschrocken, was da plötzlich auf dem Bildschirm stand, dass ich sofort aufhörte mit Schreiben, weil ich das keiner Leserschaft zumuten zu können glaubte. Tja.

Wie wär es aber, wenn man sich im stillen Kämmerchen zu allererst ein Pseudonym vor sich selber zulegt und dann, zuerst vorsichtig, dann aber laut und deutlich all die "dunklen Dinge" rausschreibt? Diese dunklen Dinge, die jeder Mensch in sich trägt und die er, je nachdem, besser oder schlechter kontrollieren kann? Siehe nur die "Vermischten Meldungen" oder andere Schlagzeilen.

Ich selbst habe bei dem Versuch noch nicht weitergemacht. Aber es würde sich wohl lohnen.

Gruss,

Pluto
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